Patanjali, Sutra 1.31

Sutra 1.31

दुःखदौर्मनस्याङ्गमेजयत्वश्वासप्रश्वासाः विक्षेप सहभुव

„Ist citta zerstreut, so entsteht leidvolle Enge, eine pessimistische Ausrichtung des Geistes, körperliche Unkontrolliertheit und der Verlust der Kontrolle über den Atem (und damit über die Psyche)“ [1]

Unabhängig davon was wir machen, werden wir laut Patanjali, wenn wir auf eines der neun Hindernisse stoßen, mit weiteren Zuständen konfrontiert: leidvolle Enge -Schmerz, eine pessimistische Ausrichtung des Geistes – geistige Erregung, körperliche Unkontrolliertheit, Verlust der Kontrolle über den Atem und Psyche.

Schmerz kann körperlich oder geistig sein und Schmerz kennt jeder. Wenn ich beispielsweise von einer Krankheit betroffen bin, kann ich meine Ruhe erst wiedererlangen, wenn die Krankheit geheilt ist. Egal wie sehr ich möchte, ich kann einfach nicht die ganze Aufmerksamkeit in meine Praxis einbringen, da ich wiederholt durch den Schmerz einer Krankheit abgelenkt werde.

Die durch Schmerzen verursachte Ablenkung erlaubt es uns nicht, ohne Unterbrechung, regelmäßig zu üben. Folglich werden wir aufgeregt. Wir ärgern uns über uns selbst und sind vielleicht wütend auf diejenigen, die wir möglicherweise für die Störung unserer Praxis verantwortlich machen könnten. Geistige Erregung ist also der Grund für Ärger. Wenn wir den Ärger nicht umwandeln, wird er weiter nach einem Fokus suchen.

Auf diese Weise erzeugt Wut Feindseligkeit. Eine Person voller Feindseligkeiten stellt ihre eigenen Feinde her. Geistige Erregung lässt unseren Körper verspannen und dies wiederum stört den tiefen und gleichmäßigen Atemfluss. Der Atem wird laut, flach und ruckartig. Wenn sich unsere geistige Erregung vertieft, entstehen die Bedingungen, die den normalen Herzschlag stören. Dann ist das natürliche Gleichgewicht unseres Körpers gestört. Der Geist, der den Körper als Werkzeug benutzt, um seine Bestrebungen zu verwirklichen, leidet unter Frustration und Hoffnungslosigkeit. Auch die Seele fühlt sich verloren.

„Wenn Hindernisse gedeihen, entsteht ein innerer Druck, der allmählich das Fühlen und Denken trübt, den Körper verspannt und den Atem aus dem Fluss bringt“ [2]

Der schnellste und einfachste Weg, die neun Hindernisse und die fünf damit verbundenen Bedingungen zu beseitigen, wird im nächsten Sutra beschrieben.


[1] Desikachar T.K.V. “Yoga. Tradition und Erfahrung. Die Praxis des Yoga nach dem Yoga Sutra des Patanjali“, 2017, Auflage 7, Verlag Via Nova, S. 61

[2] Desikachar T.K.V. “Yoga. Tradition und Erfahrung. Die Praxis des Yoga nach dem Yoga Sutra des Patanjali“, 2017, Auflage 7, Verlag Via Nova, S. 61

Veröffentlicht von Izabela

Yoga- und Meditationslehrerin

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